Ein gutes Aftermovie entsteht nicht im Schnitt, sondern in der Woche vor dem Event. Am Eventtag selbst lässt sich nichts nachholen: Ein Programmpunkt findet einmal statt, eine Stimmung entsteht einmal. Vor dem ersten Drehtag müssen deshalb vier Dinge feststehen. Erstens, auf welchen Kanälen der Film laufen soll, weil davon Hochformat und Querformat abhängen. Zweitens, welche Momente unbedingt ins Bild müssen. Drittens, wer gefilmt werden möchte und wer nicht. Viertens, wo eine Drohne fliegen darf, besonders bei Incentive-Reisen ins Ausland oder in die Berge.

Was unterscheidet ein Aftermovie von einem Imagefilm?

Ein Imagefilm erklärt, ein Aftermovie erinnert. Der Imagefilm folgt einem Drehbuch, die Szenen werden gestellt und so oft wiederholt, bis sie sitzen. Ein Aftermovie fängt ein, was ohnehin passiert: die Ankunft, das gemeinsame Abendessen, den Moment, in dem eine ganze Abteilung gleichzeitig lacht. Nichts davon lässt sich ein zweites Mal aufnehmen.

Daraus folgt der wichtigste Unterschied in der Planung. Beim Imagefilm planen wir Einstellungen, beim Aftermovie planen wir Positionen. Die Frage ist nicht, was die Kamera zeigen soll, sondern wo sie stehen muss, wenn es passiert. Wer das erst vor Ort klärt, filmt die Ansprache des Geschäftsführers von hinten oder verpasst den Start der Abfahrt, weil die Kamera noch im Bus liegt.

Wofür soll der Film nach dem Event eingesetzt werden?

Auf den Kanälen, auf denen Ihre Mitarbeiter, Kunden und Bewerber ihn sehen sollen, und diese Entscheidung bestimmt, wie gedreht wird. Ein Film für die Mitarbeiterversammlung im Querformat braucht andere Bilder als ein Clip für Instagram, LinkedIn und den Recruiting-Bereich der Karriereseite. Ein Hochformat lässt sich aus einem Querformat nicht immer sauber herausschneiden, weil links und rechts genau das fehlt, worauf es ankam.

Wir legen deshalb vor dem Event fest, welche Fassungen entstehen sollen, und filmen die wichtigsten Momente so, dass beide Formate daraus werden. Typisch sind drei: ein Hauptfilm von zwei bis drei Minuten für die interne Nutzung und die Website, ein kurzer Clip im Hochformat für soziale Medien und ein Teaser, der wenige Tage nach dem Event erscheint, solange die Erinnerung frisch ist.

Wie aus einem einzigen Drehtag mehrere Fassungen für unterschiedliche Kanäle werden, haben wir im Beitrag zum Imagefilm mit drei Fassungen ausführlich beschrieben. Für das Aftermovie gilt dieselbe Logik, nur mit weniger Kontrolle über das, was vor der Kamera passiert.

Welche Momente müssen unbedingt ins Bild?

Die, über die die Teilnehmer hinterher sprechen. Ein Aftermovie wirkt, wenn es die Höhepunkte zeigt, die alle erlebt haben, und dazu ein paar Momente, die nicht jeder gesehen hat. Wir gehen den Ablaufplan deshalb vor dem Event mit dem Organisator durch und markieren drei Arten von Programmpunkten:

  • Pflichtmomente: Ankunft, Begrüßung, der zentrale Programmpunkt, der Abschlussabend. Hier steht die Kamera vorher an ihrer Position.
  • Stimmungsmomente: Wege dazwischen, Pausen, das Warten am Lift. Daraus entsteht der Rhythmus des Films.
  • Ausschlussmomente: Workshops mit vertraulichen Inhalten, Strategierunden, Gespräche, die nicht nach außen gehören.

Die dritte Gruppe wird gern vergessen. Ein Whiteboard mit Umsatzzielen im Hintergrund einer fröhlichen Szene lässt sich im Schnitt oft nicht mehr retten. Wer das vorher sagt, spart sich den Verlust der Szene.

Wer darf im Aftermovie zu sehen sein?

Jeder, der vorher weiß, dass gefilmt wird und wofür. Auf einer Incentive-Reise sind die Teilnehmer Kolleginnen und Kollegen, keine Darsteller. Manche freuen sich über die Kamera, andere möchten nicht in einem Film auftauchen, der später öffentlich auf LinkedIn läuft. Beides ist legitim, und beides muss vor dem Event geklärt sein, nicht danach im Schnittraum.

Wir empfehlen unseren Kunden deshalb eine kurze Information an alle Teilnehmer vor der Abreise: dass ein Filmteam dabei ist, wofür der Film genutzt wird und wie man sich melden kann, wenn man nicht im Bild sein möchte. Die rechtliche Gestaltung dieser Einwilligung gehört in die Hände Ihrer Personalabteilung oder Ihres Datenschutzverantwortlichen. Unsere Aufgabe ist, dass die Absprachen am Drehtag eingehalten werden: Wer nicht gefilmt werden möchte, ist dem Team namentlich bekannt.

Welche Regeln gelten für Drohnen bei Events im Ausland und in den Bergen?

In der Europäischen Union gilt für Drohnen ein gemeinsamer Rahmen. Seit Beginn des Jahres 2021 gelten EU-weite Regelungen für den Betrieb unbemannter Fluggeräte (Drohnen), wie das Bundesverkehrsministerium zusammenfasst (Bundesministerium für Verkehr, EU-Regelungen für Drohnen). Der Kompetenznachweis für Fernpiloten ist dort bereits ab einer Startmasse von 250 Gramm verpflichtend. Für eine Incentive-Reise nach Österreich heißt das: Die Registrierung als Betreiber aus Deutschland gilt dort ebenfalls. Nach der Europäischen Agentur für Flugsicherheit ist sie in allen anderen EASA-Mitgliedstaaten gültig (EASA, FAQ Drones).

Zwei Punkte betreffen ein Firmenevent direkt. Der erste ist die Gruppe selbst. Ob Menschen als Ansammlung gelten, hängt nach der EASA nicht an einer festen Zahl, sondern daran, ob sie einer Drohne ausweichen können. Als Beispiele nennt die Agentur: „Examples of assemblies of people are the people in: sport, cultural, religious or political events“ (EASA, FAQ Drones). Dazu kommt, dass in der offenen Kategorie das Überfliegen unbeteiligter Personen nicht erlaubt ist. Eine Drohne kreist deshalb nicht über der feiernden Belegschaft, sondern fliegt eine vorher festgelegte Route, die nicht über die Gruppe hinwegführt.

Der zweite Punkt ist das Gelände. In den Bergen bemisst sich die zulässige Flughöhe nicht am Startpunkt. Die Drohne muss innerhalb von 120 Metern zum nächstgelegenen Punkt des Geländes bleiben. Wer an einem Hang startet und ins Tal fliegt, ist schnell höher, als er denkt. Dazu kommen die Regeln des Skigebiets und der Lift- oder Hüttenbetreiber, die wir vor Ort einholen, bevor eine Drohne startet.

Was ein FPV-Flug grundsätzlich voraussetzt, etwa den Beobachter neben dem Piloten, haben wir im Beitrag zu Drohnenaufnahmen in Produktionshallen beschrieben.

Was verändern Schnee und Kälte am Dreh?

Sie verändern vor allem die Planung, weniger die Bilder. Schnee sieht im Film stark aus, aber er verlangt eine Produktion, die mit ihm rechnet. Bei winterlichen Drehs planen wir mehr Akkus ein, als wir bei gleichem Programm im Sommer bräuchten, und halten sie am Körper oder in isolierten Taschen warm, bis sie gebraucht werden. Kamera und Drohne wechseln nicht direkt aus der Kälte in eine warme Hütte, weil sonst Feuchtigkeit an Linsen und Elektronik entsteht.

Die größere Herausforderung ist der Zeitplan. Eine Gruppe auf Skiern bewegt sich schneller und weniger vorhersehbar als eine Gruppe beim Abendessen. Die Kamera muss vor der Gruppe am Hang sein, nicht hinter ihr. Das heißt: Das Filmteam fährt mit, kennt die Abfahrt vorher und hat mit dem Organisator abgesprochen, an welcher Stelle die Gruppe kurz wartet. Diese Absprachen kosten fünf Minuten im Programm und entscheiden darüber, ob es die Szene gibt.

Wie lief das Aftermovie für Blackroof in Sölden?

Für die Blackroof GmbH haben wir eine Incentive-Reise nach Sölden filmisch begleitet, gemeinsam mit unserem Produktionspartner Reelcreators. Ziel war, die Atmosphäre der Reise, den Teamgeist und die Energie der Gruppe in einem emotionalen Aftermovie festzuhalten. Die größte Herausforderung waren dynamische FPV-Aufnahmen unter winterlichen Alpenbedingungen, trotz Schnee und Kälte.

Das Ergebnis lässt sich an der Nutzung ablesen: Der Film wurde vom Kunden auf allen Plattformen geteilt und intensiv genutzt. Genau dafür lohnt sich die Formatfrage vor dem Event. Ein Film, der nur im Querformat existiert, landet oft auf dem Firmenserver. Ein Film, der für die Kanäle des Kunden gedacht ist, wird gezeigt. Felix Richter, Geschäftsführer der Blackroof GmbH, beschreibt seine Wirkung so:

„Das Aftermovie hat unser Team umgehauen. Wahnsinnig dynamisch, emotional – und perfekt eingefangen.“

Das Projekt mit Bildern und Film finden Sie in unserer Referenz zu Blackroof.

Was muss vor dem Eventtag feststehen?

Alles, wonach das Filmteam am Eventtag sonst fragen müsste, denn dort ist keine Zeit mehr für Rückfragen. Diese Punkte klären wir schriftlich, bevor wir zusagen:

  • Kanäle und Fassungen: Welche Filme entstehen, in welchem Format, für wen?
  • Ablaufplan mit Uhrzeiten: Pflichtmomente, Stimmungsmomente, Ausschlussmomente.
  • Information der Teilnehmer: Wer ist informiert, wer möchte nicht ins Bild?
  • Drohnenflüge: Wo, wann, mit welcher Erlaubnis des Geländebetreibers?
  • Ansprechpartner vor Ort: Eine Person, die das Programm kennt und kurzfristig Entscheidungen treffen darf.
  • Musik: Lizenzierte Musik, die auch auf den geplanten Plattformen genutzt werden darf.

Der Teaser sollte wenige Tage nach dem Event erscheinen, der Hauptfilm innerhalb weniger Wochen. Ein Aftermovie, das drei Monate später kommt, erinnert an ein Event, über das niemand mehr spricht. Wie wir Filme insgesamt planen und produzieren, zeigt unser Bereich Videoproduktion.

Wenn Sie ein Firmenevent oder eine Incentive-Reise planen, gehen wir den Ablauf gern mit Ihnen durch und sagen Ihnen, welche Momente der Film tragen wird. Den Weg zu uns finden Sie auf der Kontaktseite.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Aftermovie für ein Firmenevent sein?

Für die interne Nutzung und die Website hat sich ein Hauptfilm von zwei bis drei Minuten bewährt. Für soziale Medien entsteht daraus zusätzlich ein kurzer Clip im Hochformat, dazu ein Teaser, der wenige Tage nach dem Event erscheint, solange die Erinnerung frisch ist.

Dürfen Mitarbeiter in einem Aftermovie gezeigt werden?

Alle Teilnehmer sollten vor dem Event wissen, dass gefilmt wird und wofür der Film genutzt wird. Wer nicht im Bild sein möchte, muss das vorher sagen können. Die rechtliche Gestaltung der Einwilligung gehört zur Personalabteilung oder zum Datenschutzverantwortlichen des Unternehmens.

Darf eine Drohne bei einer Incentive-Reise nach Österreich fliegen?

Ja, in Österreich gilt derselbe europäische Rahmen wie in Deutschland, und eine deutsche Betreiberregistrierung ist dort gültig. Über Menschenansammlungen und unbeteiligte Personen darf in der offenen Kategorie nicht geflogen werden, und in den Bergen gilt die Höhengrenze von 120 Metern zum nächstgelegenen Geländepunkt.

Wann sollte das Filmteam für ein Aftermovie gebucht werden?

So früh, dass vor dem Event Zeit für eine gemeinsame Planung bleibt: Kanäle, Fassungen, Ablaufplan, Information der Teilnehmer und mögliche Drohnenflüge. Diese Vorbereitung entscheidet mehr über den Film als der Drehtag selbst, weil am Event nichts wiederholt werden kann.

Wie schnell ist ein Aftermovie fertig?

Wir empfehlen einen Teaser wenige Tage nach dem Event und den Hauptfilm innerhalb weniger Wochen. Je später der Film erscheint, desto weniger sprechen die Teilnehmer noch über das Event, und desto schwächer wirkt er intern wie auf den Kanälen des Unternehmens.