Ein Google Unternehmensprofil wirkt am stärksten, wenn vier Angaben stimmen: der exakte Firmenname wie außerhalb des Internets, eine einzige passende Hauptkategorie, korrekte Adresse oder korrektes Einzugsgebiet, und echte Fotos. Alles Weitere, also Beiträge, Fragen und Antworten, Produkte, wirkt erst danach. Der verbreitetste Optimierungstipp im Netz, Suchbegriffe in den Firmennamen zu schreiben, verstößt gegen die Richtlinien von Google und kann das Profil kosten.
Wer darf überhaupt ein Profil anlegen?
Nur wer Kundenkontakt an einem Ort hat. Google formuliert die Voraussetzung so: „Wenn Ihr Unternehmen einen physischen Standort hat, den Kunden besuchen können, oder Sie Dienstleistungen am jeweiligen Kundenstandort anbieten, können Sie ein Unternehmensprofil bei Google erstellen.” (Google Unternehmensprofil-Hilfe, Artikel 3038177, „Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens auf Google”)
Ein reines Onlinegeschäft ohne Ladengeschäft und ohne Anfahrt zum Kunden fällt damit heraus. Für Handwerk, Praxen, Kanzleien, Gastronomie und Handel ist die Hürde dagegen erfüllt, und das Profil ist dort der am stärksten unterschätzte kostenlose Kanal. Zur Einordnung: 97 % der Personen in Deutschland nutzen das Internet (Statistisches Bundesamt). Der erste Kontakt mit Ihrem Betrieb findet fast immer dort statt, und bei lokalen Suchen zuerst im Kartenausschnitt.
Wie übernehmen Sie ein Profil, das schon existiert?
Über die Inhaberschaft, und dieser Schritt steht vor jeder Optimierung. Viele Betriebe finden bei der ersten Suche einen Eintrag, den sie nie angelegt haben: Google erzeugt Profile teilweise aus öffentlich verfügbaren Daten, und manchmal hat vor Jahren eine Agentur oder ein ehemaliger Mitarbeiter den Eintrag beansprucht.
Google beschreibt diesen Schritt selbst als Voraussetzung dafür, dass die eigenen Angaben überhaupt greifen:
„Wenn du beeinflussen möchtest, wie dein Unternehmen bei Google Maps und in der Google Suche erscheint, solltest du Anspruch auf dein Unternehmensprofil erheben.” Google Search Central, Unternehmensinformationen bei Google einrichten
Der Ablauf ist immer derselbe: Profil aufrufen, Inhaberschaft beanspruchen, Bestätigung durchlaufen. Die Bestätigung erfolgt je nach Fall per Video, Telefon oder Postkarte an die Adresse und dauert wenige Tage bis zwei Wochen. Existiert bereits ein bestätigter Inhaber, startet Google ein Verfahren, in dem der bisherige Inhaber widersprechen kann.
Nach der Bestätigung lassen sich Adresse, Kontaktdaten, Unternehmenstyp und Fotos pflegen, und erst dann kann das Profil in Maps und im Knowledge Panel so erscheinen, wie es gedacht ist (Google Search Central).
Zwei Dinge, die wir bei fast jedem neuen Kunden aufräumen:
- Der Zugang gehört dem Betrieb. Das Hauptkonto läuft auf eine Firmen-Mailadresse, nicht auf das private Konto eines Mitarbeiters und nicht auf die Agentur. Dienstleister bekommen Verwalterrechte, die sich jederzeit entziehen lassen. Wer diese Regel ignoriert, verliert bei einem Wechsel die Kontrolle über Bewertungen aus mehreren Jahren.
- Doppelte Einträge zusammenführen. Alte Standorte, Schreibweisen oder eine zweite Filiale, die es nicht mehr gibt, gehören gemeldet und zusammengelegt, bevor irgendetwas optimiert wird. Sonst verteilen sich Bewertungen und Aufrufe auf zwei Karteileichen.
Welche Angaben zählen wirklich?
Die wenigen, die Google für die Zuordnung braucht. In dieser Reihenfolge:
- Name. Genau so, wie er außerhalb des Internets verwendet wird. Google verlangt ausdrücklich: „Verwenden Sie für Ihr Unternehmen einheitlich den Namen, den Sie auch außerhalb von Google für Ihr Ladengeschäft, Ihre Website, Ihr Briefpapier und gegenüber Kunden gebrauchen.”
- Hauptkategorie. Eine, und zwar die, die Ihr Kerngeschäft beschreibt. Google schreibt dazu: „Wählen Sie zur Beschreibung Ihres Kerngeschäfts so wenige Kategorien wie möglich aus.”
- Adresse oder Einzugsgebiet. Wer beim Kunden arbeitet, gibt das Gebiet an und blendet die Adresse aus. Beides gleichzeitig führt zu Problemen bei der Darstellung.
- Öffnungszeiten inklusive Feiertagen. Eine falsche Zeit an Heiligabend erzeugt mehr Ärger als eine fehlende Rubrik im Profil.
- Fotos. Eigene Aufnahmen von Team, Fahrzeugen, Räumen, abgeschlossenen Arbeiten.
Nur ein Profil pro Unternehmen: „Es sollte nur ein Profil pro Unternehmen angelegt werden.” Mehrere Einträge für denselben Betrieb, etwa je Leistung einer, sind ein häufiger Fehler und führen dazu, dass Google Angaben zusammenführt oder entfernt.
Warum ist der Firmenname mit Suchbegriff ein Risiko?
Weil er gegen die Richtlinien verstößt. Der Tipp, aus „Muster GmbH” ein „Muster GmbH Sanitär Notdienst München” zu machen, steht in vielen Anleitungen und wirkt kurzfristig sogar. Google ist dabei eindeutig: „Es ist nicht erlaubt, dem Namen eines Unternehmens unnötige Informationen hinzuzufügen.”
Die Folge ist im schlimmsten Fall nicht ein schlechteres Ranking, sondern eine Sperrung des Profils. Wer Jahre an Bewertungen gesammelt hat, verliert dann den wertvollsten Teil seiner lokalen Sichtbarkeit für einen Zusatz, den ein Mitbewerber mit zwei Klicks melden kann. Es ist eine der wenigen Stellen im Onlinemarketing, an denen ein kleiner Trick einen echten Totalschaden auslösen kann.
Dieselbe Sorgfalt gilt für die Unternehmensbeschreibung. Werbliche Aussagen sind dort nicht vorgesehen: „Werbung für Sonderaktionen, günstige Preise und Angebote” ist ebenso unzulässig wie Links jeder Art.
Wie gehen Sie mit Bewertungen um?
Systematisch statt zufällig. Bewertungen sind für die lokale Suche und für die Entscheidung des Interessenten gleichermaßen relevant, und sie kommen selten von allein.
Was in der Praxis funktioniert: der Bewertungslink als fester Schritt in der Auftragsabwicklung, direkt nach der Abnahme oder nach der Rechnung, per Nachricht mit einem Satz Kontext. Was nicht funktioniert: Bewertungen kaufen, Mitarbeitende bewerten lassen oder nur zufriedene Kunden gezielt herausfiltern. Das erste ist ein Richtlinienverstoß, das zweite fällt auf, das dritte erzeugt ein Profil, dem niemand glaubt.
Antworten Sie auf jede Bewertung, auch auf die kritischen, kurz und sachlich. Der Text richtet sich nicht an den Verfasser, sondern an die nächsten fünfzig Personen, die das Profil lesen.
Was bringen Beiträge, Produkte und Fragen?
Weniger als die Grundangaben, aber sie sind der Unterschied zwischen einem gepflegten und einem toten Profil. Beiträge halten das Profil aktuell und eignen sich für Saison, Aktionen und Neuigkeiten. Der Bereich Fragen und Antworten lässt sich selbst befüllen: Die fünf Fragen, die am Telefon immer kommen, dort einmal beantwortet, sparen Anrufe und beantworten dieselbe Frage für alle anderen gleich mit.
Unsere Beobachtung aus Kundenprojekten ist unspektakulär: Profile, in denen einmal im Monat etwas passiert, entwickeln sich besser als Profile, die einmal eingerichtet und dann nie wieder angefasst werden. Nicht wegen eines geheimen Rankingfaktors, sondern weil dort Fotos, Öffnungszeiten und Antworten aktuell sind und das Profil dadurch für Menschen brauchbar bleibt.
Wie hängt das mit Ihrer Website zusammen?
Das Profil bringt den Klick, die Website macht daraus einen Auftrag. Beides muss dieselben Angaben tragen: gleicher Name, gleiche Adresse, gleiche Telefonnummer. Weichen sie voneinander ab, kostet das Zuordnungssicherheit.
Für Wägetechnik Geisberger haben wir genau diese Kette aufgebaut: neue Website mit klarer Leistungsstruktur, Suchmaschinenoptimierung, sicheres Hosting, laufende Pflege. Den breiteren Zusammenhang, wie lokale Sichtbarkeit insgesamt entsteht, haben wir im Beitrag Lokale Sichtbarkeit für Handwerker beschrieben, und was auf der Website selbst dafür nötig ist, steht auf unserer Seite zum Webdesign.
Wenn Sie wissen wollen, was Ihr Profil im Vergleich zu den drei Mitbewerbern in Ihrer Region hergibt, schicken Sie uns über die Kontaktseite Ihren Firmennamen und Ihren Ort.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis Änderungen am Profil wirken?
Änderungen an Name, Kategorie oder Adresse durchlaufen eine Prüfung und sind je nach Fall innerhalb weniger Tage sichtbar. Wirkung auf die Platzierung in der Kartenansicht zeigt sich meist über Wochen, weil Google die Angaben mit anderen Quellen abgleicht. Sofortige Sprünge nach einer einzelnen Änderung sind unrealistisch.
Darf ich Suchbegriffe in den Firmennamen aufnehmen?
Nein. Google erlaubt ausdrücklich keine unnötigen Zusätze im Unternehmensnamen, und Verstöße können zur Sperrung des Profils führen. Verwenden Sie den Namen, den Sie auch auf Rechnungen, Fahrzeugen und Schildern führen. Leistungen und Orte gehören in Kategorien, Leistungsangaben und in die Beschreibung, nicht in den Namen.
Brauche ich eine Website, wenn ich ein Google-Profil habe?
Ja, sobald Interessenten sich vor der Anfrage ein Bild machen wollen. Das Profil beantwortet Standort, Öffnungszeiten und Bewertungen, es zeigt aber keine Referenzen, keine Leistungstiefe und keine Preislogik. Ohne Website endet die Prüfung des Interessenten an der Stelle, an der sie eigentlich beginnt.
Was tun bei einer offensichtlich unberechtigten Bewertung?
Sachlich antworten und die Bewertung über das Profil zur Prüfung melden, wenn sie gegen die Richtlinien verstößt, etwa bei Beleidigungen oder wenn es nie eine Geschäftsbeziehung gab. Löschen lassen sich negative Bewertungen nicht auf Zuruf. Die öffentliche, ruhige Antwort ist in fast allen Fällen die wirksamere Reaktion.
