Kurze Wege machen einen Firmenfilm nicht automatisch besser, aber sie verschieben, wo die Arbeit stattfindet. Wer in der Region produziert, kann vor dem Drehtag den Betrieb besichtigen, ohne dafür einen eigenen Reisetag zu bezahlen. Der Dreh lässt sich auf mehrere kurze Termine verteilen, die in den laufenden Betrieb passen, statt alles in einen langen Tag zu pressen. Und wenn im Schnitt ein Bild fehlt, ist der Nachdreh eine Stunde in der Halle und kein neues Projekt. Für Imagefilme und Schulungsvideos aus Industrie und Mittelstand zwischen Inn und Salzach sind genau diese drei Punkte der Unterschied zwischen einem Film, der den Betrieb so zeigt, wie er ist, und einem Film, der zeigt, was an einem einzigen Tag zufällig lief.
Was ändert eine Produktion aus der Region konkret?
Sie ändert vor allem die Zeit vor und nach dem Drehtag, nicht den Drehtag selbst. Kamera, Licht und Schnitt sind bei einer guten Produktion überall gleich. Anders ist, wie oft man sich vor Ort sehen kann, ohne dass jedes Treffen einen Reisetag kostet.
Wir sitzen in Aschau am Inn, im Landkreis Mühldorf. Für Betriebe in der Region bedeutet das in der Praxis drei Dinge:
- Begehung vor dem Dreh: Wir sehen Halle, Licht, Laufwege und Schutzzonen, bevor der Drehplan steht.
- Dreh in Blöcken: Statt eines langen Tages mehrere kürzere Termine, abgestimmt auf Schichten, Anlagenläufe und Wetter.
- Nachdreh ohne Projektaufwand: Fehlt eine Einstellung, holen wir sie nach, ohne dass ein Team neu anreisen muss.
Keiner dieser Punkte ist für sich spektakulär. Zusammen entscheiden sie aber darüber, wie viel Planung am Ende im Film zu sehen ist.
Warum ist die Begehung vor dem Drehtag so wichtig?
Weil die meisten Probleme eines Industriedrehs am Drehtag nicht mehr lösbar sind. Eine Halle, die auf Fotos hell aussieht, kann unter manchen Hallenleuchten im Videobild flackern. Eine Anlage, die im Film laufen soll, steht an genau diesem Tag zur Wartung still. Ein Bereich, der wichtig wäre, ist aus Sicherheitsgründen nicht betretbar oder darf wegen Geheimhaltung nicht gefilmt werden.
Bei einer Begehung klären wir deshalb vor Ort, nicht am Telefon:
- Licht und Strom: Welche Lichtquellen gibt es, wo flackert es, wo brauchen wir eigenes Licht, wo dürfen Kabel liegen?
- Sicherheit: Welche Schutzausrüstung gilt, welche Bereiche sind gesperrt, wer begleitet das Team in der Halle?
- Freigaben: Was darf ins Bild und was nicht, von der Maschinenseite bis zum Monitor mit Kundendaten.
- Menschen vor der Kamera: Wer möchte gefilmt werden, wer nicht, und wer muss vorher zustimmen?
Wenn diese Antworten feststehen, wird der Drehplan realistisch. Ohne Begehung plant man nach Fotos und Erinnerung, und am Drehtag geht die erste Stunde mit Umplanen verloren.
Wie dreht man im laufenden Betrieb, ohne die Produktion zu stören?
Indem sich der Dreh nach dem Betrieb richtet und nicht umgekehrt. Eine Linie für einen Film anzuhalten, ist in der Regel keine Option. Wir planen deshalb in Zeitfenstern: Totalen der Halle bei Schichtwechsel, wenn wenig Verkehr ist, Detailaufnahmen an der Anlage während des normalen Laufs, Interviews in einem ruhigen Raum zu einer Zeit, die der Abteilungsleitung passt.
Aus der Nähe heraus lassen sich solche Fenster über mehrere Tage verteilen. Ein Team, das anreist, muss dagegen alles in die Tage legen, für die es gebucht ist. Dann wird gedreht, was gerade läuft, auch wenn es nicht das ist, was der Film zeigen soll.
Bei Außenaufnahmen gilt dasselbe für das Wetter. Ein Drohnenflug über das Werksgelände braucht Wind und Licht, die passen. Wenn der geplante Tag verregnet ist, verschieben wir den Flug auf einen der nächsten freien Vormittage, statt bei schlechtem Licht zu fliegen, weil die Anreise schon bezahlt ist. Was bei Flügen in der Halle zusätzlich zu beachten ist, beschreibt unser Beitrag zu FPV-Flügen durch Produktionshallen.
Was passiert, wenn nach dem Schnitt ein Bild fehlt?
Dann wird es nachgedreht, und genau hier ist die Nähe am deutlichsten spürbar. Im Rohschnitt fällt fast immer etwas auf: Eine Erklärung braucht ein Bild, das niemand eingeplant hat. Ein Produkt wurde inzwischen überarbeitet. Die Geschäftsführung möchte einen Satz neu aufnehmen, weil sich die Formulierung geändert hat.
Wer dafür ein Team neu anreisen lassen muss, verzichtet meist auf die Korrektur und behält den Kompromiss. Aus der Region ist ein Nachdreh dagegen ein kurzer Termin, der sich mit der nächsten Abstimmung verbinden lässt. Nach unserer Erfahrung macht das den Unterschied zwischen einem Film, mit dem der Kunde gut leben kann, und einem Film, den er gern zeigt.
Dasselbe gilt für die Abnahme. Wir zeigen den Schnitt am liebsten vor Ort, mit den Menschen, die den Film später einsetzen. Rückmeldungen, die im gemeinsamen Ansehen entstehen, sind genauer als eine Liste von Zeitmarken per E-Mail.
Welche Filme brauchen Unternehmen zwischen Inn und Salzach?
Neben Imagefilmen für Messe und Website vor allem Filme für Schulung und Ausbildung. Die Wirtschaft der Region ist breit aufgestellt: Die IHK-Geschäftsstelle Mühldorf ist nach eigenen Angaben Ansprechpartner für rund 14.600 Mitgliedsunternehmen in den Landkreisen Altötting und Mühldorf (IHK für München und Oberbayern, Geschäftsstelle Mühldorf und Altötting).
Wie stark die Betriebe auf eigenen Nachwuchs setzen, zeigt die Ausbildungsbilanz der IHK vom März 2026. Im Landkreis Mühldorf wurden im Jahr 2025 mehr als 400 neue Ausbildungsverträge registriert, davon 222 in kaufmännischen und 188 in technischen Berufen. Bei den jungen Männern ist der Industriemechaniker der beliebteste IHK-Beruf. IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl sagt dazu: „230 Betriebe im Landkreis setzen weiterhin konsequent auf die Ausbildung ihres eigenen Fachkräftenachwuchses.“ Gleichzeitig verweist er darauf, dass 2025 jeder zweite IHK-Ausbildungsbetrieb in Bayern laut einer Umfrage nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen konnte (IHK für München und Oberbayern, Pressemeldung vom 06.03.2026).
Für Videoproduktion heißt das: Wer ausbildet, braucht Filme an zwei Stellen. Einmal nach innen, damit Wissen über Anlagen und Abläufe nicht an einzelnen Fachkräften hängt. Und einmal nach außen, damit Bewerberinnen und Bewerber sehen, wie der Arbeitsplatz wirklich aussieht. Beides lebt von echten Aufnahmen aus dem Betrieb, und beides wird besser, wenn man für ein fehlendes Bild noch einmal in die Halle gehen kann.
Wie sieht das in einem echten Projekt aus?
Für KRAIBURG TPE, einen Hersteller thermoplastischer Elastomere in Waldkraiburg, haben wir ein Schulungsvideo produziert, das internen und externen Schulungs- und Informationszwecken dient. Es ist vollständig im Corporate Design umgesetzt. Johanna Salfer aus dem Projektmanagement schreibt dazu: „Wir setzen es bis heute regelmäßig ein.“
Dass ein Schulungsvideo Jahre später noch läuft, liegt vor allem an Entscheidungen vor dem Dreh: was ins Bild kommt, was als austauschbare Texttafel angelegt wird und wer das Video später pflegt. Diese Punkte haben wir im Beitrag Schulungsvideo erstellen lassen ausführlich beschrieben. Kurze Wege helfen dabei an einer Stelle besonders: Wenn sich nach einem Jahr ein Ablauf ändert, ist eine neue Einstellung schnell gedreht.
Wann spielt die Entfernung keine Rolle?
Wenn der Plan stimmt, trägt auch ein einziger Drehtag. Beim Imagefilm für PVT-LSG, einen Anbieter erneuerbarer Energielösungen, gab es eine extrem kurze Vorlaufzeit und eine Drehzeit von genau einem Tag. Drohne und Kamera haben parallel gearbeitet, und aus dem Material entstanden eine deutsche Hauptversion, eine englische Fassung und eine kompakte Social-Media-Version.
Das zeigt die Grenze unseres eigenen Arguments. Nähe ersetzt keine Planung, sie macht Planung nur günstiger zu korrigieren. Bei reinen Animationsfilmen, Erklärvideos ohne Dreh vor Ort oder Aufnahmen an weit verteilten Standorten bringt sie wenig. Wählen Sie eine Produktion deshalb zuerst nach Referenzen, die Ihrem Vorhaben ähneln, und erst danach nach der Entfernung. Wenn beides passt, umso besser.
Wie wir Imagefilme, Schulungsvideos und Drohnenaufnahmen planen und umsetzen, zeigt unsere Seite zur Videoproduktion. Wenn Sie einen Dreh in Ihrem Betrieb planen, kommen wir gern zur Begehung vorbei. Den Kontakt finden Sie auf der Kontaktseite.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine Begehung vor einem einzigen Drehtag?
Ja, gerade dann. Bei einer Begehung werden Licht, Sicherheitsvorgaben, gesperrte Bereiche und Freigaben vor Ort geklärt. Ohne sie geht am Drehtag Zeit mit Umplanen verloren, und bei nur einem Drehtag fehlt diese Zeit am Ende im Film.
Kann ein Imagefilm im laufenden Betrieb gedreht werden?
In der Regel ja, wenn der Dreh in Zeitfenstern geplant wird. Totalen entstehen zum Beispiel bei Schichtwechsel, Detailaufnahmen während des normalen Laufs und Interviews in einem ruhigen Raum. Eine Linie muss dafür selten angehalten werden.
Was kostet ein Nachdreh bei einer Videoproduktion?
Das hängt vor allem davon ab, ob ein Team anreisen muss. Sitzt die Produktion in der Region, ist ein Nachdreh oft ein kurzer Termin, der sich mit einer ohnehin geplanten Abstimmung verbinden lässt. Muss ein Team neu anreisen, kommen Reisezeit und ein neuer Drehtermin hinzu.
Für welche Unternehmen in der Region Inn-Salzach eignen sich Schulungsvideos?
Für Betriebe, die Wissen über Anlagen, Abläufe und Sicherheit immer wieder in gleicher Form vermitteln müssen, etwa an neue Mitarbeitende und Auszubildende. Je öfter eine Fachkraft dieselbe Erklärung wiederholt, desto eher lohnt sich ein Video, das diese Erklärung übernimmt.
Ist eine Videoproduktion aus der Region immer die bessere Wahl?
Nein. Nähe hilft bei Begehung, Dreh im laufenden Betrieb und Nachdreh. Bei Animationsfilmen oder Aufnahmen an weit verteilten Standorten bringt sie wenig. Entscheidender sind Referenzen, die dem eigenen Vorhaben ähneln.
