Webflow passt zu Unternehmen, die ihre Inhalte regelmäßig selbst pflegen wollen, etwa Referenzen, Stellenanzeigen oder Beiträge, und dafür einen visuellen Editor ohne Programmierkenntnisse brauchen. Eigener Code passt zu Unternehmen, deren Seite sich selten ändert und die Ladezeit, Datenschutz und Hosting vollständig in der eigenen Hand haben wollen, ohne laufende Plattformgebühr. Die Entscheidung hängt also weniger an der Technik als an einer Frage: Wer ändert die Seite in zwei Jahren, und wie oft? Wer das klar beantworten kann, hat die Wahl meist schon getroffen.

Worin unterscheiden sich Webflow und eigener Code im Alltag?

Im Alltag unterscheiden sie sich vor allem darin, wer eine Änderung machen kann. In Webflow öffnet eine Mitarbeiterin den Editor, tauscht einen Text oder legt eine neue Referenz an und veröffentlicht. Bei eigenem Code liegt die Seite als Dateien in einem Projekt, und eine Änderung geht über jemanden, der diese Dateien bearbeitet.

Daraus folgen die übrigen Unterschiede:

  • Hosting: Webflow liefert Editor, Redaktionssystem und Hosting als Paket und wird pro Website über einen laufenden Tarif abgerechnet. Eigener Code liegt bei einem Hoster Ihrer Wahl.
  • Gestaltungsspielraum: Beide erlauben individuelles Design. Webflow setzt die Gestaltung in seine eigene Struktur um, eigener Code kennt diese Grenze nicht.
  • Wartung: Bei beiden fällt kein Update-Karussell wie bei klassischen Redaktionssystemen an. Bei Webflow kümmert sich der Anbieter, eine statisch gebaute Seite hat schlicht kaum etwas, das aktualisiert werden müsste.

Wann ist Webflow die richtige Basis?

Webflow ist die richtige Basis, wenn im Unternehmen jemand regelmäßig Inhalte ändert und dafür nicht auf eine Agentur warten soll. Typisch sind Seiten mit wiederkehrenden Einträgen: Projekte, Team, Stellen, Beiträge. Solche Einträge legt man in Webflow als Sammlung an, und neue Inhalte übernehmen automatisch das Layout.

Für RP Asset Finance, eine Münchner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, haben wir die neue Website in Webflow umgesetzt, nach einem Logo-Rebrand und auf Basis eines detaillierten Wireframes, mit professioneller Fotografie, Scroll-Animationen und einer klaren Informationsarchitektur. Gerade bei einem Auftritt, der Seriosität ausstrahlen muss, zählt das Konzept mehr als die Plattform: Aufbau und Gestaltung standen im Wireframe fest, bevor die erste Seite in Webflow entstand.

Eine Einschränkung gehört dazu. Eine gewachsene Webflow-Seite hat eigene Mechanik, die man kennen muss, bevor man sie erweitert. Bei einer Unternehmensgruppe, deren bestehende Webflow-Seite wir um neue Seiten, eine Sammlung und ein Navigationsmenü ergänzt haben, liefen drei Animationssysteme parallel: Webflow-Interaktionen, ein Skript im Seitenfuß und reine CSS-Effekte. Ein neues Element bekommt keines davon automatisch. Wer das übersieht, baut Bausteine, die richtig aussehen und sich anders verhalten als der Rest der Seite.

Wann ist eigener Code die bessere Wahl?

Eigener Code ist die bessere Wahl, wenn sich die Seite selten ändert, die Ladezeit zählt und keine Plattform zwischen Ihnen und Ihrer Website stehen soll. Das trifft auf viele Unternehmensseiten im Mittelstand zu: Leistungen, Referenzen, Ansprechpartner und ein Anfrageformular. Das ändert sich ein paar Mal im Jahr, nicht jede Woche.

So ist die Seite von Wägetechnik Geisberger gebaut. Wir haben sie komplett neu aufgebaut, das Hosting auf unsere Infrastruktur umgezogen und betreuen sie seither laufend. Pflege und Wartung liegen als laufende Betreuung bei uns, Änderungen an Produkten oder Ansprechpartnern gehen also über einen festen Ansprechpartner statt über einen Editor im Haus.

Drei Vorteile tragen diese Wahl:

  1. Volle Kontrolle über das, was geladen wird. Schriften liegen lokal, es gibt keine Skripte, die niemand bestellt hat, und Sicherheitsvorgaben für den Browser stehen als Datei im Projekt.
  2. Keine Plattformgebühr. Bezahlt wird das Hosting, nicht ein Tarif pro Website.
  3. Keine Grenze in der Gestaltung. Interaktive Elemente wie Rechner oder mehrstufige Formulare entstehen genau so, wie sie gebraucht werden.

Der Preis dafür ist die Abhängigkeit von jemandem, der den Code bearbeitet. Wer mehrmals pro Woche selbst veröffentlichen will, ist mit eigenem Code schlecht beraten. Welche Bauweise zu welchem Vorhaben passt, beschreiben wir auf unserer Seite zum Webdesign.

Wie fest bindet Webflow ein Unternehmen?

Weniger fest, als oft befürchtet, solange die Seite keine Sammlungen, keinen Shop und keine Mitgliederbereiche nutzt. Was eine veröffentlichte Webflow-Seite im Browser zeigt, lässt sich vollständig übernehmen: Texte, Bilder, Gestaltung und sogar die Animationen. Die Bindung steckt in dem, was auf Webflows Servern läuft.

Wir haben das an der Website eines Sportvereins, den wir unterstützen, durchgespielt. 13 Seiten zogen von Webflow auf ein eigenes Hosting um, in rund vier Stunden einschließlich Fehlersuche, mit identischem Text auf allen Seiten. Drei Dinge mussten ausgetauscht werden:

  • Das Formular. Es schickte Anfragen an Webflow. Auf dem neuen Hosting brauchte es ein eigenes Formular-Backend.
  • Die Schriften. Die Seite lud Google Fonts direkt von Googles Servern. Beim Umzug haben wir sie lokal eingebunden, damit beim Seitenaufruf keine Verbindung zu Google mehr entsteht.
  • Die Messung. Webflows eigene Auswertung fiel weg, das direkt eingebundene Tracking blieb.

Anders sieht es bei Sammlungen aus. Wer Dutzende Projekte oder Beiträge in Webflows Redaktionssystem gepflegt hat, zieht nicht um, sondern baut nach. Das ist kein Grund gegen Webflow, aber ein Grund, vor dem Start zu klären, ob die Sammlungen wirklich gebraucht werden.

Was muss bei einem Wechsel der Plattform passieren?

Jede alte Adresse muss dauerhaft auf ihre neue Entsprechung weiterleiten. Das ist der Schritt, der am leichtesten fehlt, weil die neue Seite auch ohne ihn einwandfrei funktioniert. Die Folgen zeigen sich erst später, wenn die Search Console alte Adressen als nicht gefunden meldet.

Google beschreibt in der Anleitung zum Umzug mit geänderten Adressen als ersten Arbeitsschritt: „Prepare a URL mapping from the current URLs to their corresponding new format.“ Und zur Sorge um Suchmaschinenwert ebenso klar: „301 and other permanent redirects don’t cause a loss in PageRank.“ (Google Search Central)

Wir sprechen hier aus eigener Erfahrung. Unsere eigene Website lief früher auf Webflow. Nach dem Umzug auf eigenen Code meldete die Search Console alte Adressen als nicht gefunden, und wir haben 13 Adressen nachträglich einzeln auf die neuen Seiten umgeleitet, dazu eine Regel für alle übrigen alten Projektseiten. Die alten Webflow-Adressen hatten ihre Umlaute verloren, aus „Über uns“ war /uber-uns geworden. Solche Adressen findet nur, wer die alte Seitenliste vor dem Umzug sichert. Bei einem Wechsel prüfen wir deshalb heute zuerst die alte Sitemap und legen die Weiterleitungen an, bevor die neue Seite live geht.

Und was ist mit WordPress?

WordPress ist die dritte Option und mit Abstand die verbreitetste. Laut W3Techs läuft WordPress auf 40,2 Prozent aller Websites, Webflow auf 0,8 Prozent (Stand 30.09.2026). Die Verbreitung sagt aber wenig darüber, ob es zu Ihrem Vorhaben passt.

WordPress ist stark, wenn viele Menschen regelmäßig Inhalte veröffentlichen oder viele Funktionen über Erweiterungen dazukommen sollen. Der Preis sind Updates für System, Theme und Erweiterungen, die jemand verlässlich einspielen und danach prüfen muss. Was das im Betrieb bedeutet, steht in unserem Beitrag zur Website-Wartung. Für eine Unternehmensseite, die sich ein paar Mal im Jahr ändert, ist dieser Aufwand selten gerechtfertigt.

Welche drei Fragen entscheiden die Wahl?

Drei Fragen genügen, und sie lassen sich ohne technisches Wissen beantworten:

  1. Wer ändert Inhalte, und wie oft? Jemand im Haus, mehrmals im Monat: Webflow. Ein paar Mal im Jahr über einen Dienstleister: eigener Code.
  2. Gibt es wiederkehrende Einträge? Stellen, Projekte, Beiträge in wachsender Zahl sprechen für ein Redaktionssystem.
  3. Wie wichtig ist die Freiheit, später zu wechseln? Eigener Code lässt sich zu jedem Hoster mitnehmen. Eine Webflow-Seite ohne Sammlungen ebenfalls, mit Sammlungen nur mit Nachbau.

Ein Punkt gilt unabhängig von der Wahl: Domain, Hosting-Konto und Zugänge gehören auf den Namen Ihres Unternehmens. Wenn Sie vor der Entscheidung stehen oder eine bestehende Seite umziehen möchten, schicken Sie uns über die Kontaktseite die Adresse und eine kurze Angabe, wer bei Ihnen Inhalte ändert.

Häufige Fragen

Ist Webflow besser als WordPress?

Webflow ist nicht grundsätzlich besser, sondern für einen anderen Fall gebaut. Webflow eignet sich für Unternehmen, die Inhalte selbst in einem visuellen Editor pflegen und sich nicht um Updates kümmern wollen. WordPress eignet sich, wenn viele Personen veröffentlichen oder viele Zusatzfunktionen über Erweiterungen nötig sind, verlangt dafür aber regelmäßige Updates und Prüfungen.

Kann man eine Webflow-Website später zu einem anderen Anbieter umziehen?

Ja. Eine Webflow-Website ohne Sammlungen, Shop oder Mitgliederbereich lässt sich mit Texten, Bildern, Gestaltung und Animationen vollständig auf ein anderes Hosting übernehmen. Ersetzt werden müssen das Formular-Backend, gegebenenfalls extern geladene Schriften und die Webflow-eigene Auswertung. Inhalte aus Webflow-Sammlungen müssen dagegen auf der neuen Basis nachgebaut werden.

Was bedeutet eigener Code bei einer Website?

Eigener Code bedeutet, dass die Website direkt aus HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien besteht, ohne Baukasten und meist ohne Redaktionssystem. Die Seite wird als fertige Dateien bei einem Hoster ausgeliefert. Das ergibt kurze Ladezeiten, wenig Wartungsaufwand und keine Plattformgebühr, setzt aber voraus, dass Änderungen von jemandem mit Zugriff auf den Code gemacht werden.

Worauf muss man beim Wechsel von Webflow auf eine andere Plattform achten?

Beim Wechsel muss jede alte Adresse per dauerhafter 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite zeigen, sonst meldet die Google Search Console die alten Adressen als nicht gefunden. Vor dem Umzug sollte deshalb die alte Sitemap gesichert werden. Außerdem sind Formular, Schriften und Datenschutzerklärung an das neue Hosting anzupassen.