Ein Bauträger braucht eigene Objektseiten auf der Unternehmenswebsite, aber nicht als Ersatz für die Immobilienportale. Die Portale bleiben der Ort, an dem Suchende Angebote finden und vergleichen. Die eigene Objektseite ist der Ort, an dem sie das Unternehmen dahinter prüfen: wer baut, was er schon gebaut hat, wer der Ansprechpartner ist. Beides zusammen trägt. Entscheidend ist, dass die eigenen Seiten aus einer festen Struktur entstehen, die das Team ohne Agentur pflegen kann, und dass Neubau und vermittelter Bestand sauber getrennt bleiben.
Ersetzen eigene Objektseiten die Immobilienportale?
Nein, und wer das erwartet, baut die Seite für den falschen Zweck. Die Portale haben die Reichweite, die eigene Website hat sie nicht. Eine Objektseite auf der Bauträger-Website wird nach unserer Erfahrung selten über eine allgemeine Suche wie „Wohnung Schwandorf kaufen” gefunden, dort stehen die Portale vorn. Sie wird gefunden, wenn jemand den Namen des Bauträgers sucht, über eine Anzeige kommt oder einen Link aus dem Portal, dem Bauschild oder dem Film folgt.
Die Zahlen passen dazu. In einer Befragung des Digitalverbands Bitkom unter Menschen, die in den vergangenen fünf Jahren eine Wohnung oder ein Haus gesucht haben, liegen Portale wie ImmoScout24, Immowelt oder Kleinanzeigen klar vorn: 81 Prozent haben dort gesucht. Webseiten von Wohnungsunternehmen nutzten 19 Prozent (Bitkom, Presseinformation vom 31.10.2025). Der meistgenutzte Weg ist dort übrigens kein digitaler: 97 Prozent der Suchenden haben auf Infos aus dem Freundes- und Bekanntenkreis zurückgegriffen.
Wir lesen daraus zwei Dinge. Erstens: Ein Bauträger, der seine Objekte nur auf der eigenen Seite zeigt, verschenkt den größten Kanal. Zweitens: Die eigene Seite ist nicht für den ersten Kontakt da, sondern für den zweiten. Gerade in einer Region wie der Oberpfalz, in der man einen Bauträger über das Bauschild, die Zeitung oder den Nachbarn kennt, sucht der Interessent irgendwann nach dem Namen. Was er dann findet, entscheidet mit darüber, ob er anruft.
Was leistet die eigene Objektseite, was das Portal nicht leistet?
Sie zeigt das Objekt im Zusammenhang mit dem Unternehmen. Im Portal ist ein Inserat ein Eintrag unter vielen, im Layout des Portals, mit den Angeboten anderer Anbieter daneben. Auf der eigenen Seite steht dasselbe Objekt neben den abgeschlossenen Projekten, dem Team und dem Imagefilm. Das ist der Vertrauensbeleg, den kein Portal liefern kann.
Dazu kommen drei praktische Vorteile:
- Die Seite gehört Ihnen. Ein Portalinserat endet mit der Laufzeit, die Objektseite bleibt unter derselben Adresse erreichbar, auch für Links aus Anzeigen, Mailings oder einem QR-Code auf dem Bauschild.
- Sie bestimmen Inhalt und Reihenfolge. Lagebeschreibung, Ausstattung und Ansprechpartner stehen so, wie Sie es für richtig halten, nicht so, wie die Eingabemaske des Portals es vorgibt.
- Der Kontakt landet direkt bei Ihnen. Ohne Umweg über ein Portalpostfach und ohne dass im selben Fenster Vergleichsangebote eingeblendet werden.
Bezahlte Reichweite profitiert davon besonders. Eine Anzeige, die auf ein Portalinserat führt, schickt den Interessenten in eine Umgebung voller Alternativen. Eine Anzeige, die auf die eigene Objektseite führt, hält ihn beim Anbieter. Wie wir Objektseite und Anzeigen insgesamt zusammenspielen lassen, steht im Leitfaden zum Immobilienmarketing.
Wie haben wir das bei einem Bauträger in Schwandorf umgesetzt?
Für die WEIGL Unternehmensgruppe aus Schwandorf haben wir die bestehende Webflow-Website um einen eigenen Bereich Immobilienvermittlung erweitert, mit einer Übersichtsseite und einer Detailseite je Objekt, die automatisch aus einer Datensammlung entsteht. Parallel entstand der Imagefilm, sodass Film und Website ineinandergreifen. Die ersten drei Objekte in Schwandorf, Teublitz und Regensburg haben wir aus den bestehenden Portalanzeigen übernommen.
Die Sammlung hat 30 Felder in sechs Gruppen: Basisdaten, Eckdaten, Energieausweis, Texte, Bilder und Dateien. Jedes Feld trägt einen kurzen Hilfetext, damit im Team später niemand raten muss, was in „Verfügbar ab” oder „Zustand” gehört. Eine Detailseite zeigt den Kaufpreis prominent, darunter ein Raster mit den Eckdaten, dann Beschreibung, Ausstattung, Lage, Energieausweis und am Ende die feste Ansprechpartnerin mit Foto, Telefon und E-Mail.
Zwei Entscheidungen aus diesem Projekt würden wir bei jedem Bauträger wieder so treffen:
- Leere Felder verschwinden automatisch. Nicht jedes Objekt hat Stellplätze, ein Baujahr oder ein Lagebild. Statt leerer Kästen blendet die Seite fehlende Angaben aus, bei Bedarf ganze Abschnitte. Sonst wirkt jedes unvollständige Objekt wie eine Baustelle, im schlechten Sinn.
- Titel und Beschreibung entstehen aus den Daten. Jede Objektseite bekommt ihren Titel aus dem Objektnamen und ihre Beschreibung aus Objektart, Standort und Kaufpreis. Für den Titel empfiehlt Google genau das: „It’s important to have distinct text that describes the content of the page” (Google Search Central, Title Links). Zwanzig Objektseiten mit demselben Titel kann niemand in den Suchergebnissen auseinanderhalten.
Eine Stolperfalle gehört dazu. Das Vorschaubild, das beim Teilen eines Links in Messengern erscheint, ließ sich in Webflow über die Schnittstelle nicht an das Hauptbild des Objekts koppeln, sondern nur von Hand im Designer. Wer das übersieht, teilt jedes Objekt mit demselben Foto, und wer ein Objekt per Messenger weiterempfiehlt, schickt ein Bild, das nicht dazu passt.
Warum gehören Neubau und vermittelter Bestand getrennt?
Weil sie unterschiedliche Versprechen sind. Ein Neubauprojekt sagt: Das haben wir geplant und gebaut. Ein vermitteltes Bestandsobjekt sagt: Das bieten wir an. Wer beides in eine Liste mischt, erweckt den Eindruck, auch die Bestandsobjekte seien eigene Bauten. Das ist für einen Bauträger, der über seine Bauqualität verkauft, ein Glaubwürdigkeitsrisiko.
Bei WEIGL gab es auf der Website bereits einen Bereich mit den Neubau-Projekten. Technisch wäre es möglich gewesen, die Bestandsobjekte dort als weitere Kategorie einzuordnen. Wir haben uns bewusst für eine eigene Sammlung entschieden, weil die Inhalte verschieden sind: Bei einem Neubau zählen Lage, Baubeschreibung und Preisliste, bei einem Bestandsobjekt Baujahr, Zustand und Energieausweis.
Im Menü steht unter „Projekte” seither eine Auswahl mit zwei Einträgen: Neubau-Projekte und Immobilienvermittlung. Auf dem Smartphone erscheinen beide direkt als eigene Menüpunkte, ohne zusätzliches Aufklappen. Die alte Adresse der Projektseite leitet dauerhaft auf die neue weiter, damit bestehende Links und die Position in den Suchergebnissen erhalten bleiben. Eine neue Struktur, die alte Links ins Leere laufen lässt, kostet mehr, als sie bringt.
Was muss vor dem Bau der Objektseiten feststehen?
Die Datenstruktur, und zwar vollständig. Eine Objektseite ist nur so gut wie die Felder, aus denen sie entsteht, und ein Feld nachträglich einzuführen heißt, alle bestehenden Objekte nachzupflegen. Wir klären deshalb vor dem ersten Entwurf, welche Angaben jedes Objekt haben muss, welche es haben kann und wer sie liefert.
In der Praxis gehören diese Punkte auf die Liste:
- Welche Objektarten es gibt. Wohnung, Haus, Mehrfamilienhaus, Gewerbe mit Umnutzungspotenzial. Davon hängt ab, welche Eckdaten überhaupt sinnvoll sind.
- Welche Angaben aus dem Energieausweis erscheinen. Sie bekommen eine eigene Feldgruppe statt einer Zeile im Freitext, damit sie bei jedem Objekt an derselben Stelle stehen.
- Wie viele Bilder realistisch vorliegen. Bei Bestandsobjekten entstehen die Fotos oft im eigenen Haus und nicht beim Fotografen. Lieber vier feste Bildplätze, die gefüllt werden, als eine Galerie für zwanzig, in der dann drei Handyfotos stehen.
- Wer die Seiten pflegt. Eine Ansprechperson im Haus, die neue Objekte anlegt und verkaufte kennzeichnet. Ohne sie veraltet der Bereich in wenigen Monaten.
- Was mit verkauften Objekten passiert. Unsere Empfehlung: als verkauft kennzeichnen und eine Weile stehen lassen, statt sie kommentarlos zu löschen. Ein verkauftes Objekt ist ein Beleg, kein Ballast.
Welche Plattform darunterliegt, ist dabei zweitrangig. Wenn das Team die Objekte selbst anlegen soll, spricht viel für ein System mit Redaktionsoberfläche. Wann das Webflow ist und wann eigener Code besser passt, beschreibt unser Beitrag Webflow oder eigener Code.
Wie greifen Imagefilm und Objektseiten ineinander?
Der Film beantwortet die Frage, wer hinter den Objekten steht, die Objektseite die Frage, was konkret angeboten wird. Bei WEIGL erzählt der Imagefilm vom ersten Plan im Büro über das Grundstück und den Rohbau bis zum fertigen Quartier, gedreht an einem Tag in Schwandorf. Für Quartiere, die erst geplant sind, haben wir KI-Visualisierungen aus den Drohnenaufnahmen heraus entstehen lassen und im Film sichtbar gekennzeichnet. Wie das rechtlich sauber geht, steht in unserem Beitrag zur KI-Visualisierung im Imagefilm.
Auf der Website wirken beide zusammen: Wer über eine Objektseite einsteigt und wissen will, mit wem er es zu tun hat, findet den Film. Wer über den Film kommt, findet die konkreten Angebote. Im Portal fehlt diese Verbindung, dort steht nur das Inserat.
Bitkom-Expertin Nastassja Hofmann beschreibt die Suche als Mischung aus beidem: „Persönliche Netzwerke spielen weiterhin eine zentrale Rolle, während Online-Portale und soziale Medien den Suchprozess effizienter und breiter zugänglich machen” (Bitkom). Für einen regionalen Bauträger heißt das: Das Portal bringt die Reichweite, der Ruf in der Region bringt die Empfehlung, und die eigene Website ist der Ort, an dem beides zusammenläuft.
Wenn Sie Ihre Bauträger-Website um eigene Objektseiten erweitern wollen, zeigen wir Ihnen auf unserer Seite zum Webdesign, wie wir solche Projekte aufbauen. Für ein erstes Gespräch über Ihre Objekte erreichen Sie uns über die Kontaktseite.
Häufige Fragen
Brauchen Bauträger noch Immobilienportale, wenn sie eigene Objektseiten haben?
Ja. Immobilienportale haben die Reichweite, die eine Unternehmenswebsite nicht hat. In einer Bitkom-Befragung haben 81 Prozent der Wohnungs- und Haussuchenden auf Portalen gesucht, Webseiten von Wohnungsunternehmen nutzten 19 Prozent. Eigene Objektseiten ergänzen das Portal: Sie zeigen das Objekt im Zusammenhang mit dem Unternehmen und halten Interessenten aus Anzeigen beim Anbieter.
Was gehört auf die Objektseite eines Bauträgers?
Kaufpreis und Eckdaten wie Wohnfläche, Zimmer, Baujahr und Verfügbarkeit, dazu Beschreibung, Ausstattung, Lage, die Angaben aus dem Energieausweis und ein fester Ansprechpartner mit Foto und direkter Telefonnummer. Fehlende Angaben sollten automatisch ausgeblendet werden, damit unvollständige Objekte nicht mit leeren Kästen erscheinen.
Sollten Neubauprojekte und vermittelte Bestandsobjekte auf einer Seite stehen?
Besser nicht. Ein Neubauprojekt belegt, was der Bauträger selbst geplant und gebaut hat, ein vermitteltes Bestandsobjekt ist ein Angebot ohne diese Aussage. In einer gemeinsamen Liste entsteht leicht der Eindruck, alles sei eigene Bauleistung. Getrennte Bereiche mit eigener Datenstruktur und klarer Bezeichnung im Menü vermeiden das.
Kann das eigene Team die Objektseiten selbst pflegen?
Ja, wenn die Seiten aus einer festen Datensammlung entstehen. Das Team trägt ein neues Objekt in eine Eingabemaske ein, und die Detailseite entsteht automatisch im Layout der Website. Hilfetexte an jedem Feld und eine feste Ansprechperson im Haus sorgen dafür, dass der Bereich auch nach Monaten noch aktuell ist.
Was passiert mit der Objektseite, wenn ein Objekt verkauft ist?
Wir empfehlen, verkaufte Objekte zu kennzeichnen und eine Weile online zu lassen, statt sie zu löschen. Ein verkauftes Objekt belegt, dass der Bauträger tatsächlich verkauft, und Links aus Anzeigen, Mailings oder vom Bauschild laufen nicht ins Leere. Später kann es in einen Bereich mit Referenzen wandern.
