Eine Website für DJs und Musiker lohnt sich, wenn sie für die Menschen gebaut ist, die über Auftritte entscheiden: Veranstalter, Clubs, Booking-Agenturen und Presse. Fans erreichen Sie über Streaming-Dienste und Instagram ohnehin besser. Die eigene Seite ist die Visitenkarte, die ein Booker öffnet, bevor er anfragt. Sie muss in wenigen Sekunden zeigen, wer Sie sind, wie Sie klingen, dass Sie live funktionieren und wie man Sie bucht. Releases und Streaming gehören dazu, aber als Verweis auf die Plattformen, auf denen gehört wird, nicht als eigenes Musikarchiv.

Für wen ist die Website eines DJs eigentlich da?

Für die Entscheider, nicht für das Publikum. Wer Ihre Musik hören will, öffnet einen Streaming-Dienst. Laut Bitkom streamen 82 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren zumindest hin und wieder Audios, unter den 16- bis 29-Jährigen sind es 97 Prozent (Bitkom, Presseinformation vom 22.01.2025). Dort ist Ihr Publikum bereits, und dort wird gehört.

Ein Veranstalter dagegen braucht etwas, das ihm keine Plattform liefert: alles Entscheidende an einem Ort, unter Ihrem Namen, ohne Werbung und ohne Ablenkung durch andere Künstler. Daraus folgt eine Empfehlung, die vielen Künstlern zunächst gegen den Strich geht: Bauen Sie die Seite nicht als Fan-Treffpunkt mit Newsletter, Shop und Blog, solange Sie dafür keine Zeit haben. Bauen Sie sie als Arbeitsmittel für den Moment, in dem jemand überlegt, Sie zu buchen.

Reicht nicht eine Linkliste in der Instagram-Bio?

Für Fans ja, für Booker nein. Eine Linkliste ist ein Wegweiser: Sie schickt Besucher von Instagram weiter zu Spotify, Soundcloud oder YouTube. Das funktioniert, solange jemand schon weiß, wer Sie sind, und nur den nächsten Klick sucht.

Ein Booker, der Ihren Namen von einem Kollegen gehört hat, sucht dagegen eine Antwort auf die Frage, ob Sie zu seinem Abend passen. Eine Liste mit sechs Knöpfen beantwortet das nicht. Sie verlangt, dass er sich die Antwort aus sechs Plattformen selbst zusammensetzt. Die eigene Website erledigt diese Arbeit für ihn, und sie läuft unter Ihrer eigenen Domain, die auch dann bleibt, wenn eine Plattform ihre Regeln ändert oder an Bedeutung verliert. Die Linkliste kann trotzdem bleiben. Sie verweist dann als erstes auf die Website.

Welche Bereiche braucht eine Künstler-Website?

Fünf Bereiche reichen für die meisten DJs und Musiker, und jeder beantwortet eine Frage des Bookers:

  • Wer sind Sie? Ein kurzer Text zu Stil, Herkunft und Haltung. Zwei bis drei Sätze, kein Lebenslauf.
  • Wie klingen Sie? Das aktuelle Release mit eingebettetem Player und ein Verweis auf alle Veröffentlichungen.
  • Funktionieren Sie live? Fotos und Videos von Auftritten. Für einen Veranstalter ist das der wichtigste Beleg, weil er kein Release bucht, sondern einen Abend.
  • Wo spielen Sie? Kommende Termine mit Ort und Ticketlink.
  • Wie buchen wir Sie? Ein Kontaktformular, das Anfragen vorsortiert.

Alles darüber hinaus ist Zugabe. Eine Pressemappe zum Herunterladen mit Fotos in Druckqualität und Kurzbiografie hilft, sobald Presse und größere Veranstalter anfragen. Ein Blog oder ein Shop lohnt sich erst, wenn jemand ihn regelmäßig befüllt.

Wie haben wir die Website für DAWOOD RCRDS aufgebaut?

Für den DJ und Musikproduzenten DAWOOD haben wir eine Website gebaut, die genau diesem Aufbau folgt. Die Seite dient als visuelle Visitenkarte, bündelt Booking-Anfragen sowie neue Releases und verbindet direkt zu den Streaming-Plattformen (Projektseite DAWOOD RCRDS). Im Vordergrund stehen reduziertes Design, klare Navigation und starke Typografie, der Fokus lag auf Markenaufbau und Wiedererkennbarkeit.

Die Navigation besteht aus vier Punkten: Who am I, Gallery, Tour und Contact. Das aktuelle Release steht weit oben, ein Klick führt zu allen Veröffentlichungen. Die Galerie zeigt Fotos und Videos von Livestreams und Auftritten, darunter folgen die kommenden Termine.

Die wichtigste Entscheidung steckt im Kontaktformular. Wer schreibt, wählt zuerst aus, wer er ist: Fan, Musiker, Booking-Agent oder Presse. Damit ist jede Nachricht vor dem Lesen eingeordnet. Eine Booking-Anfrage geht nicht zwischen Fanpost und Kooperationswünschen unter, und die Antwort lässt sich danach priorisieren, wer anfragt. Für einen Künstler, der viele Nachrichten bekommt, ist das der Unterschied zwischen einem Postfach, das er meidet, und einem, das er gern öffnet.

Der Künstler selbst fasste das Ergebnis so zusammen: Die Seite bringe genau das rüber, was er als Künstler zeigen wolle, Style, Klarheit und Persönlichkeit.

Sollten Sie Ihre Musik auf der eigenen Website hosten?

Nein. Binden Sie Ihre Musik von den Plattformen ein, statt Audiodateien selbst bereitzustellen. Wer über Spotify, Soundcloud oder YouTube hört, kann Ihnen dort folgen, den Titel speichern und weiterhören. Eine selbst hochgeladene Datei bietet nichts davon und taucht in keiner Plattform-Statistik auf. Dazu kommen Speicher, Ladezeit und die Frage, auf welchen Geräten welches Format läuft. Die Plattformen haben das gelöst.

Auf der Website reicht deshalb ein eingebetteter Player für das aktuelle Release und je ein klarer Verweis auf Ihre Profile. Achten Sie beim Einbetten auf den Datenschutz: Ein externer Player lädt Inhalte vom Server des Anbieters. Sauber ist eine Umsetzung, bei der der Player erst nach Zustimmung des Besuchers geladen wird und bis dahin ein Vorschaubild mit Hinweis steht.

Wie zeigen Sie Tourdaten so, dass Google sie findet?

Mit strukturierten Daten für Veranstaltungen. Jeder Termin wird dabei zusätzlich zur sichtbaren Liste maschinenlesbar mit Name, Datum, Ort und Ticketlink hinterlegt. Google beschreibt den Nutzen so: „The event experience on Google makes it easier for people to discover and attend events through Google Search results and other Google products, like Google Maps“ (Google Search Central, Event structured data).

Für einen DJ heißt das: Wer nach Ihrem Namen sucht, kann Ihre nächsten Auftritte direkt in der Suche sehen, und wer nach Veranstaltungen in seiner Stadt sucht, stößt im besten Fall auf Ihren Termin. Voraussetzung ist, dass die Daten auf Ihrer eigenen Seite stehen und gepflegt werden, nicht nur in einer Story, die nach 24 Stunden verschwindet.

Was macht eine Künstler-Website unglaubwürdig?

Veraltete Inhalte, mehr als alles andere. Ein Tourbereich, dessen letzter Termin ein Jahr zurückliegt, sagt einem Veranstalter, dass hier niemand mehr bucht. Ein Release von vor drei Jahren als neueste Veröffentlichung sagt dasselbe über die Musik.

Unsere Empfehlung lautet deshalb: Zeigen Sie nur, was Sie auch pflegen. Gibt es gerade keine Termine, blenden Sie den Bereich aus oder ersetzen ihn durch einen Satz wie „Neue Termine folgen, Anfragen gern über das Formular“. Ein leerer Kalender schadet mehr als gar keiner. Die Pflege muss außerdem ohne Entwickler gehen. Einen Termin eintragen oder ein Release austauschen ist eine Sache von Minuten, wenn das System dafür gebaut ist, und bleibt liegen, wenn jedes Mal jemand anderes ran muss. Wie sich die Frage nach dem richtigen System entscheidet, haben wir im Beitrag Webflow oder eigener Code beschrieben.

Drei weitere Fehler, die eine Künstler-Website Anfragen kosten:

  • Das Booking ist versteckt. Der Kontakt gehört in die Hauptnavigation und an das Ende jeder Seite.
  • Live-Material fehlt. Studiofotos zeigen, wie Sie aussehen. Live-Videos zeigen, ob ein Raum mitgeht.
  • Die Seite lädt langsam. Große Hintergrundvideos und ungeprüfte Bilder kosten Besucher, besonders auf dem Smartphone und im mobilen Netz.

Wie gehen Sie den nächsten Schritt?

Schreiben Sie zuerst auf, wer Sie buchen soll: Clubs, Hochzeiten, Firmenfeiern oder Festivals. Jede dieser Gruppen sucht andere Belege. Ein Hochzeitspaar will wissen, ob Sie auf Wünsche eingehen, ein Club will wissen, welchen Sound Sie mitbringen. Daraus ergeben sich die Texte, die Auswahl der Videos und die Optionen im Kontaktformular.

Wie wir Künstler-Websites, Formulare und Markenauftritte zusammen planen, sehen Sie auf unserer Seite zum Webdesign. Wenn Sie Ihre eigene Seite als Visitenkarte für Booker aufbauen möchten, sprechen wir gern über Ihr Projekt: Kontakt aufnehmen.

Häufige Fragen

Braucht ein DJ eine eigene Website oder reicht Instagram?

Instagram erreicht Fans, eine eigene Website überzeugt Veranstalter. Booker wollen an einem Ort sehen, wie ein DJ klingt, ob er live funktioniert, wo er spielt und wie man ihn bucht. Eine eigene Website unter eigener Domain bündelt das und bleibt unabhängig davon, wie sich Plattformen verändern.

Was gehört auf die Website eines DJs oder Musikers?

Ein kurzer Text zur Person, das aktuelle Release mit eingebettetem Player, Fotos und Videos von Auftritten, kommende Termine mit Ticketlink und ein Kontaktformular für Booking-Anfragen. Eine Pressemappe zum Herunterladen ist sinnvoll, sobald Presse oder größere Veranstalter anfragen.

Sollte man Musik direkt auf der eigenen Website hochladen?

Besser nicht. Wer über Spotify, Soundcloud oder YouTube hört, kann dem Künstler dort folgen und Titel speichern, eine selbst hochgeladene Datei bietet das nicht. Ein eingebetteter Player für das aktuelle Release und Verweise auf die Profile reichen aus, sofern der Player erst nach Zustimmung des Besuchers geladen wird.

Wie sollte ein Booking-Formular für Künstler aufgebaut sein?

Ein Booking-Formular sollte zuerst fragen, wer schreibt, etwa Fan, Musiker, Booking-Agentur oder Presse. So ist jede Anfrage vor dem Lesen eingeordnet, und Booking-Anfragen gehen nicht in der übrigen Post unter. Danach genügen Name, E-Mail-Adresse und eine Nachricht.

Wie bekommen Tourdaten in die Google-Suche?

Tourdaten werden mit strukturierten Daten für Veranstaltungen ausgezeichnet, also maschinenlesbar mit Name, Datum, Ort und Ticketlink. Google kann Termine dann in der Suche und in Google Maps anzeigen. Voraussetzung ist, dass die Termine auf der eigenen Website stehen und aktuell gehalten werden.