Eine Website für Gastronomie mit mehreren Konzepten funktioniert, wenn sie nach dem ordnet, was der Besucher vorhat, und nicht nach dem, was in der Küche passiert. Wer heute Abend essen will, braucht Karte, Bestellung und Tischreservierung. Wer eine Feier mit 40 Personen plant, braucht einen anderen Weg als jemand, der einen Stand mieten möchte. Die einzelnen Konzepte bekommen je eine eigene Seite mit lesbarer Karte statt PDF, die Halle selbst bleibt die Marke. Das gilt für die Food Hall mit zehn Küchen genauso wie für das Wirtshaus mit Restaurant, Biergarten, Saal und Catering.
Warum reicht eine normale Restaurant-Website hier nicht?
Weil eine normale Restaurant-Website eine einzige Frage beantwortet: Was gibt es hier zu essen, und wie bekomme ich einen Tisch? Ein Betrieb mit mehreren Konzepten hat dagegen mehrere Zielgruppen mit völlig verschiedenen Aufgaben. Der Gast von heute Abend, die Firma mit dem Sommerfest, der Caterer, der sich als Pächter bewirbt, der Sponsor eines Markttags.
Packt man das alles in die übliche Struktur aus Startseite, Speisekarte, Über uns und Kontakt, landet jede dieser Gruppen im selben Kontaktformular. Die Anfrage für 80 Personen liegt dann neben der Frage, ob der Biergarten bei Regen offen hat. Beide werden langsamer beantwortet, als sie sollten, und die wertvollere geht im Zweifel unter.
Was erwarten Gäste von der Website eines Restaurants?
Karte, Bilder und eine Möglichkeit zu reservieren. Laut einer Befragung im Auftrag des Bitkom schaut sich über die Hälfte (53 Prozent) in der Regel online die Speisekarte an, bevor sie ein neues Restaurant oder Café besucht. 47 Prozent reservieren einen Tisch am liebsten direkt online, und 69 Prozent erwarten, dass ein Café oder Restaurant überhaupt einen Internetauftritt hat (Bitkom, Presseinformation vom 27.06.2024).
Für einen Betrieb mit einer Küche heißt das: eine gute Karte, gute Bilder, ein Reservierungsweg. Für einen Betrieb mit mehreren Konzepten vervielfacht sich jede dieser Anforderungen. Jede Küche braucht ihre eigene Karte, und der Gast muss vorher wissen, ob er mit einer Gruppe hinkommt, in der jeder etwas anderes essen will. Genau das ist der eigentliche Vorteil einer Halle mit vielen Konzepten, und die Website muss ihn zeigen, bevor jemand losfährt.
Wie ordnet man die Navigation, wenn es viele Konzepte gibt?
Nach Absicht. Die oberste Ebene der Navigation fragt nicht, welche Küche jemand mag, sondern was er vorhat: essen und trinken, eine Veranstaltung besuchen, selbst etwas veranstalten, mit dem Betrieb zusammenarbeiten. Die Konzepte hängen darunter, unter dem Punkt für Essen und Trinken.
Dazu kommen zwei bis drei feste Knöpfe, die auf jeder Seite sichtbar bleiben, auch auf dem Smartphone: bestellen, Tisch reservieren, anfragen. Das sind die Handlungen, für die Menschen auf die Seite kommen. Wer sie erst in einem Untermenü suchen muss, ruft an oder geht woanders hin.
Ein naheliegender Fehler ist die Startseite als Galerie aller Konzepte mit gleich großen Kacheln. Das sieht vielfältig aus, beantwortet aber keine Frage. Besser ist eine Startseite, die in einem Satz erklärt, was der Ort ist, und dann sofort die drei Wege anbietet.
Wie sieht das bei EziStreat in Melbourne aus?
Für EziStreat, eine Food- und Drink-Hall in North Melbourne, haben wir eine Website entwickelt, die Street-Food, Biergarten, Events und Community digital abbildet. Zum Projekt gehörten die Präsentation von mehr als zehn Food-Konzepten, Reservierungstools, ein Eventkalender und eine mobil optimierte Umsetzung (Projektseite EziStreat). Der Betrieb selbst beschreibt sich als „drink hall, food hall, beer garden, market and events space in the heart of North Melbourne“ (EziStreat). Fünf Nutzungen an einem Ort, und jede bringt andere Besucher.
Auf der heute erreichbaren Seite ist das in der Struktur sichtbar. Ganz oben stehen „Order Food“ und zwei getrennte Reservierungswege: einer für 2 bis 20 Personen, einer für Gruppen über 20 Personen. Die größere Gruppe ist kein Tisch mehr, sondern eine Veranstaltung, und braucht Rückfragen zu Menü, Bereich und Uhrzeit. Daneben stehen eigene Bereiche für Catering, Veranstaltungen, Sponsoring und für Gastronomen, die selbst einen Stand betreiben möchten. Das Anfrageformular trennt vorab nach Food Vendor, Catering, Functions, Sponsorships und General. Jede Anfrage kommt so bereits eingeordnet an.
Der Kunde fasste das Ergebnis so zusammen: Die Website spiegle das Konzept wider, „bunt, modern, funktional“.
Warum gehört die Speisekarte nicht in ein PDF?
Weil die Karte auf dem Smartphone gelesen wird und sich ständig ändert. Ein PDF muss man auf dem Handy aufziehen und seitlich schieben, und bei jeder Preisänderung muss jemand die Datei neu setzen und hochladen. Das Risiko: Online bleibt die alte Karte, mit alten Preisen und Gerichten, die es nicht mehr gibt.
Eine Karte als Text auf der Seite des jeweiligen Konzepts lässt sich dagegen in Minuten ändern, passt sich jedem Bildschirm an und ist für Suchmaschinen lesbar. Wer nach einem bestimmten Gericht in seiner Stadt sucht, kann so auf der Seite des Konzepts landen, das es anbietet.
Für Betriebe mit wechselnden Pächtern kommt ein zweiter Grund hinzu: Konzepte kommen und gehen. Bei EziStreat zeigt die Seite einen eigenen Bereich für Gastronomen, die einsteigen möchten, die Zusammensetzung ist also Teil des Modells. Eine Konzeptseite muss sich deshalb ohne Entwickler anlegen, austauschen und entfernen lassen. Ist sie fest in ein Layout gebaut, veraltet die Website mit dem ersten Pächterwechsel.
Wie findet Google die einzelnen Konzepte?
Über eine eigene Seite je Konzept und über strukturierte Daten. Google beschreibt die Möglichkeiten so: „With Local Business structured data, you can tell Google about business hours, different departments within a business“ (Google Search Central, Local business structured data).
Für eine Halle oder ein Wirtshaus mit mehreren Bereichen heißt das: Der Betrieb ist die Einheit mit Adresse und Öffnungszeiten, die Bereiche lassen sich darunter abbilden. Ob ein einzelnes Konzept als Teil des Betriebs oder als eigenes Unternehmen mit eigenem Unternehmensprofil geführt wird, hängt davon ab, wer es betreibt. Diese Frage sollte vor dem Bau geklärt sein, nicht danach.
Veranstaltungen wie Markttage oder Konzerte werden als eigene Seiten angelegt und zusätzlich mit strukturierten Daten für Events ausgezeichnet (Google Search Central, Event structured data). Dann können sie in der Suche mit Datum und Ort erscheinen. Wie die lokale Sichtbarkeit insgesamt aufgebaut wird, haben wir im Beitrag zur lokalen Sichtbarkeit für Hotels und Gastronomie beschrieben.
Wie passen Social Media und Eventkalender zusammen?
Social Media kündigt an, die Website hält fest. Nastassja Hofmann vom Bitkom beschreibt, wie Lokale vorgehen: Sie „nutzen Social Media gezielt, um sich als Marke zu etablieren und auch aktiv auf besondere Events oder neue Angebote hinzuweisen“ (Bitkom, Presseinformation vom 27.06.2024).
Das funktioniert, solange jemand die Ankündigung im richtigen Moment sieht. Wer drei Wochen später nachsehen will, wann der nächste Markttag ist, scrollt nicht durch einen Feed. Er sucht nach dem Namen des Betriebs und erwartet einen Kalender. Unsere Empfehlung: Jede Veranstaltung bekommt zuerst eine Seite auf der Website, und der Beitrag auf Instagram verweist darauf. So bleibt die Information auffindbar, wenn der Beitrag längst aus dem Feed verschwunden ist, und die Seite sammelt Besuche, statt sie an die Plattform abzugeben.
Welche Anfragen bringen den Umsatz?
Meist nicht der einzelne Tisch, sondern die Gruppe. Eine Firmenfeier, ein Catering-Auftrag oder eine Hochzeit im Saal bringt an einem einzigen Termin mehr Umsatz als ein einzelner Tisch, und sie wird Wochen im Voraus geplant. Genau diese Anfragen brauchen deshalb den kürzesten Weg und die besten Angaben.
Ein Formular für Gruppen und Veranstaltungen fragt zuerst nach Anlass, Datum und Personenzahl, erst danach nach den Kontaktdaten. So entscheidet der Betrieb schon beim Lesen, ob der Termin frei ist und welcher Bereich passt. Wie solche mehrstufigen Formulare aufgebaut werden, zeigt unser Beitrag zur Landing Page für Anfragen. Bestell- und Reservierungssysteme, die der Betrieb schon nutzt, binden wir ein, statt sie nachzubauen. Die Website führt hin, das System wickelt ab.
Womit fangen Sie an?
Mit einer Liste aller Gründe, aus denen jemand Ihren Betrieb kontaktiert, sortiert nach dem Umsatz, der dahinter steht. Daraus ergibt sich die Navigation, die Reihenfolge der Knöpfe und die Zahl der Formulare. Danach folgt die Frage, wer welche Inhalte pflegt: die Karte jedes Konzepts, den Kalender, die Fotos.
Wie wir Websites für Betriebe mit vielen Angeboten planen und umsetzen, sehen Sie auf unserer Seite zum Webdesign. Wenn Sie Ihre Konzepte, Veranstaltungen und Anfragen auf einer Seite zusammenführen möchten, sprechen wir gern über Ihr Projekt: Kontakt aufnehmen.
Häufige Fragen
Braucht jedes Konzept einer Food Hall eine eigene Unterseite?
Ja, wenn es eine eigene Karte hat. Eine eigene Unterseite je Konzept zeigt Karte, Bilder und Besonderheiten und lässt sich bei einem Pächterwechsel austauschen, ohne die übrige Website anzufassen. Zusätzlich kann sie über die Suche nach einzelnen Gerichten oder Küchen gefunden werden.
Sollte eine Speisekarte als PDF auf die Website?
Besser nicht. Eine Speisekarte als Text auf der Website passt sich jedem Bildschirm an, lässt sich in Minuten ändern und ist für Suchmaschinen lesbar. Ein PDF muss auf dem Smartphone vergrößert werden und wird bei Preisänderungen oft nicht aktualisiert.
Wie trennt man Tischreservierungen von Gruppenanfragen?
Mit zwei getrennten Wegen. Kleine Gruppen reservieren direkt einen Tisch, größere Gruppen stellen eine Anfrage mit Anlass, Datum und Personenzahl. EziStreat in Melbourne trennt etwa zwischen 2 bis 20 Personen und Gruppen über 20 Personen. Eine große Gruppe ist eher eine Veranstaltung als ein Tisch.
Wie erscheinen Veranstaltungen eines Restaurants in der Google-Suche?
Jede Veranstaltung bekommt eine eigene Seite auf der Website und wird mit strukturierten Daten für Events ausgezeichnet, also maschinenlesbar mit Name, Datum und Ort. Google kann sie dann in der Suche anzeigen. Social-Media-Beiträge sollten auf diese Seite verweisen, statt sie zu ersetzen.
Lohnt sich eine eigene Website für ein Wirtshaus mit Biergarten und Saal?
Ja, gerade dort. Ein Betrieb mit Restaurant, Biergarten, Saal und Catering hat mehrere Zielgruppen, vom Gast am Abend bis zur Firma mit Sommerfest. Eine Website, die nach diesen Absichten geordnet ist, bringt jede Anfrage auf den passenden Weg, und die umsatzstarken Gruppenanfragen gehen nicht unter.
