Website-Wartung umfasst vier Aufgaben: die Software aktuell halten, den Betrieb überwachen (Erreichbarkeit, Zertifikat, Domain, Formulare), Sicherungen anlegen und zurückspielen können, und Inhalte samt Rechtstexten aktuell halten. Wie viel Arbeit davon tatsächlich anfällt, entscheidet sich allerdings nicht im Wartungsvertrag, sondern beim Bau der Seite. Eine Website mit Redaktionssystem und Erweiterungen braucht laufend Updates, eine statisch gebaute Seite fast keine. Wer Wartungsangebote vergleicht, sollte deshalb zuerst fragen, was bei der eigenen Seite überhaupt gewartet werden muss, und erst danach auf den Preis schauen.

Was gehört zur Wartung einer Website?

Vier Bereiche, und nur einer davon ist das, woran die meisten beim Wort Wartung denken. Updates sind der sichtbarste Teil. Die anderen drei fallen erst auf, wenn sie fehlen.

  • Software aktuell halten: Redaktionssystem, Erweiterungen, Themes, die Programmiersprache auf dem Server und eingebundene Bibliotheken.
  • Betrieb überwachen: Ist die Seite erreichbar, ist das Zertifikat gültig, läuft die Domain nicht aus, kommen Formularanfragen tatsächlich an, misst das Tracking noch?
  • Sichern und wiederherstellen: Eine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung. Wartung heißt auch, die Wiederherstellung einmal wirklich durchzuspielen.
  • Inhalte und Pflichtangaben pflegen: Öffnungszeiten, Ansprechpartner, Preise, Impressum und Datenschutzerklärung. Wenn Sie ein neues Werkzeug einbinden, etwa ein Buchungstool, muss die Datenschutzerklärung mitziehen.

Warum sind Updates der größte Posten?

Weil ständig neue Sicherheitslücken bekannt werden und jede eingesetzte Software ihren eigenen Update-Rhythmus hat. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zählt im Lagebericht 2025 weltweit durchschnittlich täglich 119 neue Schwachstellen in IT-Systemen, rund 24 Prozent mehr als im vorherigen Berichtszeitraum, nach Angabe des BSI teilweise bedingt durch Methodeneffekte (BSI, Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025).

Für Websites wird das BSI in der Pressemitteilung zum Bericht deutlich: „Webanwendungen sind besonders häufig schlecht geschützt, auch Server sind oft falsch konfiguriert oder ungeschützt, und bekannte Sicherheitslücken werden oft zu spät oder gar nicht behoben.“ BSI-Präsidentin Claudia Plattner fasst die Folge so zusammen: „Jede aus dem Internet erreichbare Institution oder Person ist prinzipiell bedroht, Angreifer suchen gezielt nach den verwundbarsten Angriffsflächen.“ (BSI, Pressemitteilung vom 11.11.2025)

Das betrifft eine große Zahl von Seiten. WordPress läuft laut W3Techs auf 40,2 Prozent aller Websites (Stand 24.09.2026). Jede dieser Seiten bringt das System selbst mit, dazu ein Theme und die Erweiterungen, die für Formulare, Sicherheit oder Suchmaschinen installiert wurden. Jede davon ist Software, die jemand aktualisieren muss, und jedes Update kann eine andere Erweiterung aus dem Tritt bringen. Deshalb gehört zu einem ordentlichen Update auch der Blick danach: Funktioniert das Formular noch, sieht die Startseite noch aus wie vorher?

Warum hängt der Aufwand an der Bauweise?

Weil ein Update nur dort nötig ist, wo Software auf dem Server läuft. Eine statisch gebaute Seite besteht aus fertigen HTML-, CSS- und Bilddateien. Es gibt kein Redaktionssystem, keine Datenbank und keine Erweiterungen, die jemand aktuell halten müsste. Der größte Wartungsposten fällt damit weitgehend weg, und mit ihm ein großer Teil dessen, was auf dem Server angreifbar wäre.

Das ist der Grund, warum wir Unternehmensseiten und Landing Pages standardmäßig statisch bauen. Für Wägetechnik Geisberger haben wir die Seite neu aufgebaut, das Hosting auf unsere Infrastruktur umgezogen und betreuen sie seither laufend. Das Zertifikat erneuert das Hosting selbst, die Sicherheitsvorgaben für den Browser stehen als Konfigurationsdatei im Projekt und gelten für jede Unterseite. Die Wartung besteht dort vor allem aus dem, was sich tatsächlich ändert: Inhalte, Rechtstexte, eingebundene Bibliotheken.

Die Einschränkung gehört dazu. Wer mehrmals pro Woche selbst Beiträge veröffentlicht, Stellenanzeigen einstellt oder einen Shop betreibt, braucht ein Redaktionssystem, und dann sind die Updates kein optionaler Zusatz, sondern Teil der Betriebskosten. Falsch ist nur, ein Redaktionssystem für eine Seite zu wählen, die zweimal im Jahr geändert wird, und die Updates danach niemandem zuzuordnen. Welche Bauweise zu welchem Vorhaben passt, beschreiben wir auf unserer Seite zum Webdesign.

Welche Fehler bemerkt ohne Wartung niemand?

Die leisen. Eine Seite, die nicht lädt, meldet sich spätestens beim ersten Kundenanruf. Eine Seite, die perfekt aussieht, aber keine Anfragen mehr zustellt, fällt oft wochenlang nicht auf, denn das Ausbleiben von Anfragen sieht aus wie eine ruhige Phase.

Uns ist genau das auf einer neu angelegten Seite passiert: Das Formular ließ sich ausfüllen und abschicken, die Anfrage kam aber nirgends an, weil die Formularerkennung beim Hosting nicht aktiv war. Deshalb gehört bei uns zu jeder Veröffentlichung eine Testanfrage, die erst dann als erledigt gilt, wenn sie im Postfach angekommen ist. Ähnlich still war ein Fall beim Tracking: Eine zu enge Sicherheitsvorgabe ließ den Browser die Messdaten an einen Server des Analysedienstes blockieren, während das Tracking-Tag selbst korrekt eingebaut war. Die Seite lief, die Auswertung blieb leer.

Drei weitere Kandidaten gehören auf jede Prüfliste:

  • Die Domain: Läuft sie aus oder hängt sie am privaten Konto eines früheren Mitarbeiters, ist die Seite im schlimmsten Fall weg, obwohl technisch alles stimmt.
  • Das Zertifikat: Auch wenn es sich automatisch erneuern soll, gehört seine Gültigkeit in die Überwachung. Eine Warnung im Browser vertreibt Besucher, bevor sie die Seite gesehen haben.
  • Weitergeleitete Adressen: Nach Umbauten führen alte Links aus Verzeichnissen und Suchergebnissen gern auf Fehlerseiten. Das kostet Besucher, die Sie bereits gewonnen hatten.

Was sollte ein Wartungsvertrag konkret festhalten?

Leistungen, die sich prüfen lassen, statt Sammelbegriffen. „Pflege und Wartung“ ohne weitere Angaben sagt nichts darüber, was im Ernstfall passiert. Sechs Punkte sollten schriftlich stehen:

  1. Update-Rhythmus: wie oft System und Erweiterungen aktualisiert werden, und ob danach geprüft wird.
  2. Reaktionszeit: wie schnell jemand reagiert, wenn die Seite nicht erreichbar ist, und zu welchen Zeiten.
  3. Sicherungen: wie oft, wo sie liegen, und ob die Wiederherstellung schon einmal getestet wurde.
  4. Funktionsprüfung: ob Formulare und Tracking regelmäßig getestet werden, nicht nur die Erreichbarkeit.
  5. Inhaltskontingent: wie viele Änderungen pro Monat enthalten sind und was darüber hinaus gilt.
  6. Eigentum und Zugänge: Domain, Hosting-Konto und Zugangsdaten gehören auf den Namen Ihres Unternehmens, auch wenn eine Agentur sie verwaltet.

Der letzte Punkt wird am leichtesten vergessen, weil er im Alltag nie auffällt. Er kostet nichts, solange die Zusammenarbeit läuft, und er entscheidet darüber, ob Sie später frei wechseln können.

Was kostet die Wartung einer Website?

Für eine Unternehmensseite rechnen wir mit 30–150 € im Monat für Hosting, Zertifikat, Sicherheitsaktualisierungen, Sicherungen und kleinere Änderungen. Die Spanne erklärt sich aus drei Stellschrauben: der Bauweise (statisch oder mit Redaktionssystem), der zugesagten Reaktionszeit und dem Umfang des Inhaltskontingents. Wie sich das zu den Kosten der Erstellung verhält, steht in unserem Beitrag Was kostet eine professionelle Website 2026?.

Getrennt davon zu betrachten sind laufende Suchmaschinenarbeit, neue Inhalte in größerem Umfang und Kampagnen. Das sind eigene Projekte mit eigenem Budget. Ein Wartungsvertrag, der all das zu einem niedrigen Monatspreis verspricht, leistet entweder die Wartung oder den Rest nicht richtig.

Wann brauchen Sie keinen laufenden Wartungsvertrag?

Wenn die Seite statisch gebaut ist, selten geändert wird und Domain wie Hosting auf Ihren Namen laufen. Dann genügen eine feste Prüfung ein- bis zweimal im Jahr (Formulare, Tracking, Rechtstexte, eingebundene Bibliotheken) und ein Ansprechpartner für Änderungen nach Bedarf. Bei einer Seite mit Redaktionssystem gilt das nicht. Dort ist die Frage nicht, ob gewartet wird, sondern nur, wer es tut.

Wenn Sie wissen möchten, welcher Aufwand bei Ihrer eigenen Seite tatsächlich anfällt, schicken Sie uns über die Kontaktseite die Adresse und eine kurze Angabe, wie oft Sie dort etwas ändern.

Häufige Fragen

Wie oft sollte eine Website gewartet werden?

Eine Website mit Redaktionssystem wie WordPress sollte mindestens monatlich aktualisiert und danach auf Funktion geprüft werden, bei kritischen Sicherheitsupdates sofort. Eine statisch gebaute Website ohne Redaktionssystem kommt mit einer festen Prüfung ein- bis zweimal im Jahr aus, bei der Formulare, Tracking, Rechtstexte und eingebundene Bibliotheken kontrolliert werden.

Was kostet Website-Wartung im Monat?

Für eine Unternehmenswebsite liegen Hosting, Zertifikat, Sicherheitsaktualisierungen, Sicherungen und kleinere Änderungen typischerweise bei 30–150 € im Monat. Den Unterschied machen die Bauweise der Seite, die zugesagte Reaktionszeit bei Ausfällen und die Zahl der enthaltenen Inhaltsänderungen. Suchmaschinenoptimierung und größere Inhaltsarbeit sind getrennt zu kalkulieren.

Muss eine statische Website überhaupt gewartet werden?

Ja, aber deutlich weniger. Bei einer statischen Website entfallen Updates für Redaktionssystem, Datenbank und Erweiterungen. Weiterhin nötig sind die Kontrolle von Domain und Zertifikat, regelmäßige Tests der Formulare und des Trackings, die Aktualisierung eingebundener Bibliotheken sowie die Pflege von Inhalten, Impressum und Datenschutzerklärung.

Was sollte in einem Wartungsvertrag für eine Website stehen?

Ein Wartungsvertrag sollte den Update-Rhythmus, die Reaktionszeit bei Ausfällen, Häufigkeit und Speicherort der Sicherungen, regelmäßige Tests von Formularen und Tracking sowie das enthaltene Kontingent an Inhaltsänderungen festhalten. Außerdem sollte geregelt sein, dass Domain, Hosting-Konto und Zugangsdaten auf das Unternehmen laufen, damit ein späterer Wechsel des Dienstleisters möglich bleibt.